Von der Biene zum Honig
Seit dem letzten Blogeintrag sind mehrere Wochen vergangen, in denen wir hauptsächlich der Arbeit im Honighaus nachgegangen sind.
Das Honighaus (La casa de la miel) ist ein Teil von unserm Häuschen hier in Santiago. Wir wollen euch nun erzählen, wie es dazu kommt, dass in sämtlichen Supermärkten in Santiago, Honig aus der Umgebung verkauft wird.
| In der Schreinerei werden Bienenkästen gebaut. |
Schritt 1:
In der Schreinerei in Cerro Redono, die vor zwei Jahren gebaut und wo sogar bis letztes Jahr ausgebildet wurde, werden Bienenkästen hergestellt. Diese Bienenkästen können individuell auf die verschiedenen Bienenvölker im Hinterland von Veraguas angepasst werden.
| Ronja hilft bei dem Schreinern von Bienenkästen. |
| Armando erklärt der Dorfbevölkerung wie ein Bienenkasten benutzt wird. |
Schritt 2:
Die fertigen Bienenkästen werden von Armando, dem Bienenbeauftragten von CEPAS, in die Berge gebracht. Dort wird erklärt, wie man möglichst viel Honig durch die Bienenhaltung erzielen kann.
Wichtig hierbei ist auch, der einheimischen Bevölkerung die Angst vor den Bienen zu nehmen. In den Sommermonaten (Dezember- März) wird durch die Blütezeit der Flora besonders viel Honig gewonnen. Welcher ab Januar eines jeden Jahres geerntet werden kann.
| Projektbesuch in der Nähe von Santa Fé. |
Je nachdem wie viele Bienenkästen in einem Dorf sind fällt die Ernte umfangreich oder arm aus. Der Honig wird zunächst in Plastikeimern gesammelt, um dann schließlich in einem großen Tank zusammen getragen zu werden. Nach einigen Tagen setzen sich Wachs, oder andere Partikel an der Oberfläche ab, sodass der Honig davon leicht zu säubern ist.
Das ganze Jahr über werden (125 ml, 250 ml und 750ml) Schnapsflaschen des nationalen Zuckerrohrschnaps "Seco Herrerano" gesammelt bzw erstanden, welche als Behältnis für den leckeren Honig dienen.
In Panama werden generell wenige Dinge recycelt, deswegen finden wir, dass dieser Weg der Wiederverwendung der Flaschen ein sehr großer Schritt ist.
Allerdings ist dies auch mit viel Arbeit verbunden:
In Panama werden generell wenige Dinge recycelt, deswegen finden wir, dass dieser Weg der Wiederverwendung der Flaschen ein sehr großer Schritt ist.
Allerdings ist dies auch mit viel Arbeit verbunden:
1. ,,Wasser bei die >>Flaschen<<´´
Nachdem die Flaschen von den Supermärkten an CEPAS verkauft worden sind, werden diese mit klarem Wasser gefüllt und in Eimer gelegt. So weichen die meist verschmutzten Etiketten ein.
2. Ettiketierung entfernen
Die eingeweichten, alten Etiketten können mit einem Messer mehr oder weniger leicht entfernt werden. Man versucht außerdem möglichst viel Kleber zu lösen. Nun werden die Flaschen wieder in einen neuen Eimer mit Wasser gelegt.
3. Seife gegen Kleber
| Die Flaschen, welche zunächst mit Seife, später mit Chlor gesäubert werden |
Um denrestlichen Kleber zu lösen wird mit Seife das Äußere der Flasche aufs Gründlichste poliert. Trotz Entfernung des Klebers nächtigen die Flaschen in einem Schaumbad. Wasser und Seife lösen übrig gebliebene Reste.
4. Chlor- Bad
Die Flaschen werden geöffnet und das alte Wasser wird ausgeschüttet. Die Flasche wird ohne Deckel mit Wasser ausgespült und dann in einen Eimer mit Chlorwasser gelegt. Nimmt man sie am darauffolgenden Tag aus diesem Bad, so werden sie noch einmal mit Wasser ausgespült.
5. Sonnenbad
Die gesäuberten Flaschen werden mit dem Kopf nach unten in einem Pappkaton in die Sonne gestellt. So trocknen diese und es kann kein Schmutz in die Flasche gelangen.
| Flaschendeckel in der Sonne |
Die Deckel der Flaschen werden separat in einem Bad aus Chlor und Seife gesäubert -bei hartnäckigem Schmutz auch mit Alkohol. Danach werden auch die Deckel in die Sonne gelegt, damit sie trocknen.
Trockenheit ist sehr wichtig damit der Honig in der Flasche nicht in Berührung mit Wasser kommt. Ist diese nicht gegeben, so kann dieser nicht nur schimmeln, sondern es baut sich auch ein innerer Druck auf.
Schritt 4:
In die blitze- blank gesäuberten Flaschen wird Honig gefüllt. Allerdings wird dieser Prozess des Honigabfüllens auch begleitet von vielen Ameisen. Auf Grund ihres ausgetüftelten Signalsystems, wird man sie nur sehr schwierig und selten los. Sie sind aber auch nicht ganz unpraktisch, denn der Honig, der mal daneben kleckert oder von außen noch an den Flaschen ist, wird von ihnen gesäubert. So etwas wäre nach Reglungen der deutschen Lebensmittelhygiene vielleicht nicht unbedingt zugelassen...
Schritt 5:
Sind die Flaschen mit Honig gefüllt, so werden die neuen Etiketten auf die Flaschen geklebt. Die nun fertigen Honigflaschen, werden in Pappkatons verpackt. Diese werden dann in die großen oder kleineren Supermärkte in Santiago gefahren. Die Flaschen müssen durch ganz schön viele Hände gegangen sein bis sie dort ankommen. Wer weiß, durch welche...
Die Kerzenherstellung schreitet auch voran. Der Wachs ist allerdings noch sehr dunkel, sodass wir zunächst diesen umschmelzen, gründlich reinigen und somit erhellen wollen. Dadurch wird sich die Brenndauer verlängern. Hierzu sind wir über Paul Herr auch mit Imkern aus Herdecke in Kontakt.
Das neue Klassenzimmer
Lea ist in der vorletzten Woche zusammen mit Janis in die Berge zur Baustelle zurückgekehrt. Im November sind dort große Fortschritte erzielt worden. Janis, der mehr Zeit auf dem Bau verbracht hat, hat in seinem Blog ( http://www.janisinpanama.blogspot.com/ ) noch detaillierter über die einzelnen Baufortschritte berichtet, von uns also nun nur die Allgemeinveränderung:
Im letzten Monat wurden alle Säulen hochgezogen, welche die vier Meter hohen Außenwände stabilisieren. Die Wände wurden mit Steinen aus dem Fluss gebaut und die Zwischenräume mit Beton gefüllt, sehr untypische Bauweise für Panama, aber es sieht schön aus. Aussparungen sieht man nur noch an den Stellen für die Türen und Fenster.
Um das Dach zu decken, mussten die Stahlträger des vorherigen Schuldachs verlängert werden, wobei ein Schweißer geholfen hat. Reonaldo, Schweißer und Dachdecker, hatte bei seiner Arbeit Lea und Janis als Assistenten. Die schweren und unhandlichen Dachplatten aufs Dach zubringen benötigte Kraft, zudem auch räumliche Denkfertigkeiten. Es war eine ziemliche Puzzelarbeit an den Stellen wo das Dach verschiedene Winkel hat. Auf dem rechten Bild kann man die Stahlträger noch unter freiem Himmel sehen, inzwischen ist das Dach aber gedeckt.
Der Prozess des Verputzens hat auch schon begonnen, auch für diesen Arbeitsschritt kam in der letzten Woche ein Spezialist (auf dem Bild rechts im gestreiften Hemd) aus Santiago. In dieser Woche wurde somit viel Mörtel angerührt. Lea hat dafür viel Sand gesiebt und die Mischung verrüht.
| Verputzer aus Santiago |
In den nächsten Wochen wird der Boden betoniert und die Fenstersteine eingesetzt, genauso wie bei dem schon bestehendem Klassenraum.
Es fehlt noch ein Außenflur und ein Anstrich; Arbeit, die in den ersten beiden Januarwochen abgeschlossen werden soll. Kaum zu glauben, dass so schnell ein Gebäude entstehen kann!
Wir Freiwilligen haben der Feier "Piñatas" beigesteuert. Es handelt sich hierbei um Pappfiguren, in unserm Fall ein Fußball und ein Tannenbaum, die mit Süßigkeiten und Mehl gefüllt sind. Die Kinder haben mit einem Stab draufgeschlagen, damit die Piñata aufplatzt und sich über den ganzen Boden all die Bonbons und Süßigkeiten verteilen.
Alle Kinder stürmten auf die Süßigkeiten, als die Ersten fiehlen. Die Kinder waren sehr glücklich und hatten großen Spaß!
| "La gran fiesta patronal de guadalupe"- Janis, Lea, Johannes, Ronja |
Kaum zu glauben, dass das Jahr sich dem Ende zuneigt. Unglaublich viele Erlebnisse haben uns vorallem in dem letzten halben Jahr geprägt. Wir lächeln, wenn wir bei 30° Außentemperatur uns die bunt leuchtenden Lichterketten und Plastikttannenbäume ansehen, die seit dem 8. Dezember (Maria Empfängnis und Muttertag hier in Panama) die Vorgärten der Häuser zieren. Vorallem auch, wenn wir auf Bananenpalmen gucken, einen blauen Himmel betrachten, bunte Schmetterlinge durch die Luft flattern sehen und die Tage immer trockener werden.
Verwirrend schön!
Wir wünschen euch allen -in der Kälte oder Wärme- ein besinnliches und wunderschönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in das neue Jahr 2012.
Macht es gut und bis bald,
Lea und Ronja
Hola hermanas!
AntwortenLöschendas ist wirklich ein sehr schöner und ausführlicher Blogeintrag! Toll, dass ihr eure Arbeit so ausführlich beschreibt! Ich werde ganz neidisch wen ich sehr wie ihr im Top rumlaufen könnt und hier letzte Woche erster Schnee gefallen ist! Die liebsten Grüße, eure Leonie
¡Hola señoritas!
AntwortenLöschenVielen Dank für diesen wunderbaren Blog im wunderschönen Panama.
Eine wertvolle Initiative, die der Panama-Kreis ins Leben gerufen hat.
Großartige Projekte, eine sehr schöne Dokumentation über Eure Bienen und das neue Klassenzimmer, das macht mich alles sehr neugierig.
Ende Januar ´12 würde ich Euch gerne mal mit Freunden besuchen.Dann bin ich für 4 Wochen in Panama.
Wir haben ein großes Projekt in Ganadera, in der Nähe von Las Palmas, und wir sind sehr an Bienen und Tilapia-Buntbarschen interessiert.
Mal sehen, was Ihr uns sonst noch so voraus habt.
Ich kann mich vielleicht mit Wissen um Permakultur, Terra Preta und Pilzkulturen revanchieren.
Euch beiden und natürlich dem ganzen Team vor Ort, als auch in Deutschland, gesegnete Weihnachten, einen guten Rutsch und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2012.
Viele Grüße
Thomas
Hallo Ihr Lieben,
AntwortenLöschenvielen Danke für die tollen Eindrücke Eurer Arbeit. Es ist schön zu sehen, wie im Laufe der Wochen, in denen Ihr in Panama seit, sich so viel entwickelt hat.
Ich wünsche Euch ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Eure Biggi