Dienstag, 27. März 2012

Lasst uns anfangen und beenden.

Buenos dias,

noch bevor Lea ihre Eltern am kommenden Freitag in Panama- Stadt vom Flughafen abholt, wollen wir bloggen. Diesmal berichten wir über unsere Beobachtungen in der panamaischen Umwelt und über den letzten Bauabschnitt in der Schule in Ciruelar Arriba.

Viel Spaß beim Lesen!

Zu Beginn wollen wir euch aber fragen: Was fällt euch zu "Panama" ein?

Was wir vor unserem Abflug im Sommer 2011 häufig gehört haben war:














Canal de Panamá (Panamakanal), Guineos (Bananen)     

 &      
    "Oh, wie schön ist Panama"!

Nicht um sonst hat Janosch damals dieses Buch so genannt. Denn Panama beeindruckt durch die wunderschöne Natur. Das Hinterland mit seinen Bergen und Flüssen, die Wälder, die sich bis zu den Meeren hin ziehen und die pazifische und karibische Küste mit Stränden und Inseln.

"Etwa 29% des Staatsteritoriums stehen gegenwärtig unter Naturschutz, circa 17% der Staatsfläche bestehen aus Nationalparks. Darunter Wildtierreservate, Naturmonumente, Erholungsgebierte und Waldreservate." (Know-How Reiseführer)

Es heißt eben diese Natur zu schützen. Allerdings fragen wir uns, ob das der Bevölkerung auch bewusst ist.
Schon seit einiger Zeit machen wir uns Gedanken zu der panamaischen Natur und Umwelt, denn an vielen Orten befindet sich Müll, selbst im Hinterland, da wo man ihn eigentlich nicht erwartet. Bei den Menschen stößt man häufig auf Unwissenheit.
Doch vor einiger Zeit hat uns Melanie, die 12-jährige Enkelin von unseren Nachbarn überrascht, denn sie wusste dass es wichtig ist, die Natur zu schützen und wie man nachhaltig mit ihr umgehen sollte, so wie sie es in der Schule gelernt hat. Also ist ein kleiner Anfang gemacht.
Aber haben die Kinder wirklich die Möglichkeit, im Einklang mit der Natur zu leben und sie zu schützen? Es wird ihnen anders von ihren Eltern und Großeltern vorgelebt, sodass häufig keine Übereinstimmung von Institutionen und Familie, im Bezug auf die nachhaltige Erziehung gegenüber der Natur vorhanden ist. Was im Ganzen auch keine leichte Aufgabe ist.


Während unseres Zwischenseminares vor zwei Wochen waren wir in San Fransisco, einer Stadt in der Nähe von Santiago, dort haben wir uns eine Kirche (dazu später mehr) und einen Fluss angeguckt. "El Salto" (der Sprung) ist auch im Reisefrüher verzeichnet, er besteht aus einem Stein von dem man ins Wasser springen  kann. Wir waren entsetzt wie vermüllt diese Stelle war, zugeleich aber angetan von der Schönheit.
Unser Gelegenheitsbesuch wurde zu einer Mülleinsammelaktion.
 

Zusammen mit einem kleinen Jungen, der in der Nähe wohnte und mit seiner älteren Schwester, haben wir Flaschen, Plastiktüten, Dosen, etc. eingesammelt.

Die Umwelt zu schützen ist schwierig, vorallem damit zu beginnen. Aber wir bekommen gerade diese Anfänge hier mit, obwohl noch viel fehlt.
Um die Problematik, die wir in der aktuellen Umweltsituation sehen und um auch die ersten Schritte in eine nachhaltigere Zukunft darzustellen, arbeiten wir mit einer Tabelle.



Unsere Beobachtungen in Bezug auf die panamaische Natur/ Umwelt zum Thema

 Die Problemerläuterung

Erste Verbesserungsmaßnahmen

 Müll

-"Aus dem Auge, aus dem Sinn"
- keine Mülltrennung, nicht immer
   Biotrennung
- kaum Mülleimer an öffentlichen
   Orten
- Treffen in der Natur ohne
   anschließendes :itnehmen
   von Müll
- viele Plasiktüten, die zu jedem
   Einkauf geschenkt werden
- geringe Recycle-Ware

- es werden Müllsammelaktionen
   einiger Personen an Stränden
   und Flüssen gestartet
- In einigen Supermärkten werden
   biologisch abbaubare
   Plastiktüten verschenkt
- Recycling von Flaschen für den
   Honigverkauf, Limoflaschen am
   Kiosk, Pfand auf Bierkästen mit
   Bong

Es werden Felder (Gräser, Laub) abgebrannt
- Felder und Gärten werden
   durch Feuer von Unkraut und
   Laub befreit
   -->Arbeitsaufwand der
        Feldaufbereitung wird
        verringert
   -->schnellerer Rückgriff auf
        dieser Methode
- durch Abrennen soll das Land
   fruchtbarer werden
   -->Irrglauben, Tradition.
   -->Fruchtbarkeit hält nicht lang
        an









- durch andere, biologische
   Düngungsmethoden erzielen
   manche Bauern einen
   fruchtbareren Boden über
   längere Zeit (org. Dünger)

Abholzung/ Bewaldung








Naturschutzgebiete

- Monokulturen v. Kiefern/ Teca
   -->Kiefern werden gepflanzt,
         es gibt hohe Nachfrage
   -->bringt Geld ein, doch
        Kiefern nehmen wichtige
        Nährstoffe für die
        endemische Flora
        -->vertrieben diese

- Abholzung von Urwäldern,
  denn es gibt keine konkret
  ausgebildeten Parkwächter
   -->Naturschtzgebiete haben
        keine klaren Grenzen
   -->Bauer greifen in die Gebiete
        ein, da ihr Acker
        unfruchtbar
- Fischerei in bestehenen
  Naturschutzgebieten

- Wiederauffortstung. 
   -->nicht immer auf eigene
        Initiative 
- Mit Hilfe von CEPAS
   -->CEPAS appelliert: Wasser
        muss für die Trockenzeit im
        Boden gehalten werden -
        Wurzeln sind Voraussetzung
 
  



Für eine größere, längerfristige und nachhaltigere Veränderung fehlt es an Geld, um Projekte wie Mülltonnen, ein Mülltrennungs- oder Recyclesytem einzuführen.
Für uns, als Ausländer wird nicht deutlich, wie und wohin die Gelder der Regierung zum Umweltschutz fließen.
Es ist leicht einen zu schnellen Rückschluss aus der aktuellen Situation in Panama zu ziehen, denn wir sind in einem Land groß geworden, in dem die Erziehung der Gesellschaft im Bezug auf Umweltschutz schon andere Maßstäbe angenommen hat.
Dass in den Kindern ein Anfang zur Veränderung steckt, ist in unseren Augen ein Schritt in die richtige Richtung. Traditionen zu veränderen und Handelsschemata abzulegen bzw. zu verändern dauert seine Zeit.

"Wir haben die Erde von unseren Eltern nicht geerbt, sondern wir haben sie von unseren Kindern nur geliehen." (Altes Indianersprichwort)




Zwischenseminar

In dem Zwischenseminar haben wir uns mit der Geschichte von Panama beschäftigt, uns Kirchen aus der Zeit des Kolonialismus angesehen und uns mit dem aktuellen Konflikt zwischen Regierung und der indigenen Bevölkerung auseinandergesetzt, welchen wir in unserem letzten Blogeintrag schon näher geschildert haben.


nationale Früchte für den Heiligen Geist (San Fransisco)
Kirche in Natá



In der Kirche in San Fransisco und in der Kirche in Natá haben uns Ortseinwohner über Bau und Architektur erzählt. 







Janis hat in seinem letzten Blogeintrag noch ausführicher über die Woche berichtet. Unter diesem Link (http://www.janisinpanama.blogspot.com/2012/03/zwischenseminar.html#comment-form) könnt ihr euch ausführlicher erkundigen.

Schulbau in den letzten Zügen

Unser Projekt "Schulbau in Ciuelar Arriba" neigt sich dem Ende zu. In dieser Woche werden die restlichen Wände verputzt und gestrichen. Am Mittwoch versammeln sich dafür nocheinmal mehrere Dorfbewohner, um gemeinschaftlich den Schulbau anzuschließen.


Lorenzo und Janis beim Grundieren

Alles Liebe und bis bald! 
Wir freuen uns über Kommentare, Fragen und Rückmeldungen.
Lea und Ronja

Freitag, 2. März 2012

frisch, feierlich, feucht fröhlich, fertigbringend, fesselnd



Liebe Leserinnen und Leser, 
es ist mal wieder so weit! Freut euch auf einen spannenden, neuen Blogeintrag über die Erlebnisse der letzten Monate. Es geht um:


frischen Honig
feierliches Abendessen mit Guido Westerwelle
feucht fröhlichen Karneval
eine fertigzubringende Schule
und um
fesselnde Bewegungen in Panama





 Honigverkauf

 

In unserem letzten Blogeintrag haben wir ausführlich über die Honigproduktion des Projektes berichtet. Diesmal möchten wir auf den Honigverkauf eingehen, denn dieser bringt CEPAS und den Imkern in den Bergen viel Geld ein.  Auf dem Land vergrößert sich die Anzahl der Imker, dies bedeutet mehr Honig für CEPAS, daraus zufolge muss auch der Absatzmarkt wachsen.
Im Gespräch mit den verschiedenen CEPAS-Mitarbeitern ist uns Freiwilligen aufgefallen, dass sich stärker um den Verkauf gekümmert werden muss.
Während Janis und Ronja wegen der Verlängerung des Visum in Costa Rica waren, hat Lea den Verkauf in Absprache mit CEPAS in die Hände genommen. 





Im Folgenden berichten wir euch von dem Honigverkauf:
Orte, an denen der Honig "Delicia Verguense" verkauft  wird.

Zuerst ist sie zusammen mit Emilio und einem CEPAS-Auto voll mit Honig auf die Halbinsel Azuero gefahren, um über die Grenzen der Provinz Veraguas hinaus Honig an große Supermärkte zu verkaufen. Vor Ort, in Santiago wird bereits der Honig in großen Supermärkten wie „Super Carnes“ oder „El Machetazo“ verkauft. Aufgrund der schon bestehenden Artikelnummer war es kein Problem Honig an die Filialen von „Super Carnes“ in den Nachbarprovinzen zu verkaufen.
Die Fahrt führte in die Provinzen Los Santos, Herrera und Cocle.
In Las Tablas, Los Santos haben wir vier Kästen und in Aguadulce (Cocle) haben wir zwei Kästen verkauft.
In Chitrè, der Hauptstadt von Herrera konnten wir leider nicht direkt Flaschen verkaufen, denn es handelte sich um die andere Supermarktkette „El Machetazo“, die erst noch mal mit der Hauptstelle in Panama-Stadt reden musste. Allerdings werden auch dort bald „Delicia Veraguense“-Honigflaschen im Regal stehen.

Lea beim Honigverkauf in Santa Fé
Zusätzlich haben wir auf den panamaischen Ferias (zu Deutsch Jahrmärkte) Honig verkauft. Die erste war am 28. und 29. Januar in Santa Fé, ein kleines Dorf in den Bergen, wo Lea den natürlich hergestellten Honig an die Feriagäste verkaufte. Den Honigstand konnte CEPAS bei  MIDA (Ministrio de Desarrollo Agropecuario), dem panamaischen Ministerium für landwirtschaftliche Entwicklung aufbauen, wodurch die Standgebühr eingespart werden konnten. 




Die zweite Feria hat am 4. und 5. Februar in Sona stattgefunden und war noch erfolgreicher als die Erste, denn Sona liegt zentraler im Land und hat somit mehr Besucher. Dort war Lea zusammen mit Lilly einer CEPAS-Mitarbeiterin, die sich unter anderem mit dem Honigverkauf an die großen Supermärkte befasst.
Der Verkauf auf den Ferias und an die großen Supermärkte hat sich gelohnt!






Besuch vom Außenminister Guido Westerwelle

Am 17. und 18. Februar war der Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle in Panama. Er befand sich auf der Durchreise von Südamerika, wo er zuvor Brasilien und Peru besucht hatte nach Mexiko. In Mexiko kamen an den darauffolgenden Tagen die Außenminister der G20- Staaten zusammen, um dort gemeinsam ein Gipfeltreffen der 20 führenden Industriestaaten und Schwellenländer vorzubereiten.

Für den 17. Februar haben wir eine Einladung des deutschen Botschafter Michael Grau  bekommen, für einen Empfang in deren Wohnung. Dort haben wir mit dem Außenminister über unsere Arbeit in Panama gesprochen und auch über die Bevölkerung des Hinterlandes. Auch andere mitgereiste deutsche Politiker waren sehr interessiert an unseren Beobachtungen und gemachten Erfahrungen.
Der Standort der Wohnung des Botschafter, Punta Pacifica, erlaubte einen faszinierenden Blick auf die nächtliche Skyline und die, vor dem Kanal wartenden Schiffe. Ein Luxus, der für uns bisher hier in Panama als Erfahrung ausgeblieben ist.
Im gleichen Moment wurde uns aber auch gleich wieder vor Augen geführt, was es für riesige Unterschiede auf dieser Welt gibt. Die Normalität die wir mittlerweile dabei empfinden ohne Elektrizität und fließend Wasser zu arbeiten, stößt bei den Politikern aus Deutschland auf Bewunderung.
An diesem Abend haben wir zwei weitere deutsche Freiwillige kennengelernt, die in Chorillo, einem gefährlichen Stadtteil der Hauptstadt an einer Schule Englisch unterrichten.

Wie auf der deutsch-panamaischen Botschaftsseite zitiert führt aus der Sicht des Bundesaußenministers Panama und Deutschland  nicht nur die Politik und die Wirtschaft zusammen, sondern auch der „erklärte Wille, Brücken zu bauen zwischen unseren Ländern über die Jugend“.

Am darauffolgenden Tag hat Westerwelle sich mit dem panamaischen Außenminister Roberto Henríquez und dem Minister für Wirtschaft und Finanzen Frank de Lima getroffen. Des Weiteren hat er nach einem Helikopterflug über den Panama- Kanal sich die im Bau befindenden neuen Gatún- Schleusen angesehen, sowie die Baustelle der ersten zentralamerikanischen U-Bahn in Panama-Stadt besucht.

Unter folgendem Link könnt ihr ein Bild von dem Abend machen und eins von uns Freiwilligen sehen:  http://www.laestrella.com.pa/online/impreso/2012/02/27/recepcion-de-bienvenida.asp






Carnavales en Panama

Carnavales in Santiago
Den panamaischen Karneval haben wir vom 18.2. bis zum 21.2.2012 in Ocú und in Santiago gefeiert. Beides jedoch kann man nicht mit dem deutschen Karneval vergleichen.
In Ocú haben wir einen Umzug miterleben dürfen, der allerdings in einem anderen Rahmen stattfindet. Es wird dort für jeden der vier Tage eine „Reina“ (Königin) vorab gekürt. Diese fährt dann auf einem reichen und prunkvoll geschmückten Lastwagen durch die Straßen und winkt der Menge zu. 
 Auf anderen Lastwagen wird auf Blasinstrumenten musiziert und Tanklaster gefüllt mit Wasser sorgen bei den 40 Grad Außentemperatur für Erfrischung.

Unter dem folgendem Link lassen sich noch mehrere Details zu diesen Tagen nachlesen:



Ciruelar Arriba

Nach Neujahr schritten die Bauarbeiten in Ciruelar Arriba fort. Zusammen mit Simon Geisel, der auf der Durchreise hier in Panama war haben wir den Boden des Klassenraums mit Erde gefüllt sodass eine ebene Fläche entstanden ist. Auf diese wurde dann in den folgenden Wochen der Beton gegossen. 
Die Kinder, die bis zum 27.2. ihre fast dreimönatigen Sommerferien genießen konnten, haben uns mitgeholfen und nach der Arbeit haben wir gemeinsam gespielt.


So sieht die Schule mittlerweile aus.
 

 
Der Schulanbau in Ciruelar Arriba


Am Donnerstag nach Carnavales sind Janis und Lea nach Ciruela Arriba gefahren, um einem Angestellten von CEPAS beim Estricht gissen zu helfen. 
Den Beton haben wir mit der Mischmaschine gemischt, ein Glück, wenn man bedenkt, dass die Maschine für den anderen Klassenraum noch nicht gekauft war und alles mit Hand gemacht werden musste. 


 

Am Donnerstag haben wir ungefähr 10 m² gegossen und poliert. Am Freitag haben wir den Außenweg der Schule rau verputzt, so wie es für die Schulevorplätze hier üblich ist. 
Der Boden ist wegen der sommerlichen Tropenbrise ziemlich schnell getrocknet. 

Der Außenweg der Schule



Die Schule hat nun schon eine ordnentliche Form angenommen, sodass nun noch die Ecken verputzt, gestrichen und die Fenster eingebaut werden müssen.
Im Klassenraum gibt es eine Wand, die wir kreativ gestalten können. Ronja hat sich auf ihrer Costa Rica- Reise inspirieren lassen und wird zusammen mit Simons künstlerischer Hand eine Weltkarte dorthin malen.
Am Freitag wurden Janis und Lea nämlich von dem ehemaligen Freiwilligen Simon von Kampen mit seinem Besuch überrascht. Simon wurde in Ciruela herzlichst von den Kindern und allen Erwachsenen begrüßt.










Aufstände der indigenen Bevölkerung im Januar und Februar 2012

Seit Anfang Februar demonstriert die indigene Bevölkerung der Comarca Ngöble Bugle für die Mitentscheidung bei Projekten der Regierung. Diese hat über die Köpfe der Indios hinweg Verhandlungen mit ausländischen Firmen geführt. Grund dafür sind Gold- und Kupfervorkommen in der Region der Comarca. Des Weiteren sollen große Wasserwerke in dem Hinterland gebaut werden, wofür viel Lebensraum zerstört werden soll und auch schon wird.
Es ist ein sehr umfassendes Thema, welches nicht in allen Detailes hier aufgeführt werden kann. Wir beide haben uns lange mit der Thematik auseinandergesetzt und haben uns für ein Schaubild entschieden. 
Daraus lassen sich viele Informationen nehmen, Meinungen von Menschen mit denen wir uns ausgetauscht haben finden sich wieder in unserer Darstelung. In den Zeitungen, im Fernsehr und im Internet gibt es zahlreiches Material.




Wir hoffen ihr könnt mit den Informationen etwas anfangen. 
Falls ihr noch Fragen dazu habt, stehen wir für diese gerne zur Verfügung!


Wir melden uns bald wieder und grüßen in die weite Welt!
Lea und Ronja