noch bevor Lea ihre Eltern am kommenden Freitag in Panama- Stadt vom Flughafen abholt, wollen wir bloggen. Diesmal berichten wir über unsere Beobachtungen in der panamaischen Umwelt und über den letzten Bauabschnitt in der Schule in Ciruelar Arriba.
Viel Spaß beim Lesen!
Zu Beginn wollen wir euch aber fragen: Was fällt euch zu "Panama" ein?
Was wir vor unserem Abflug im Sommer 2011 häufig gehört haben war:Canal de Panamá (Panamakanal), Guineos (Bananen)
&
"Oh, wie schön ist Panama"!
Nicht um sonst hat Janosch damals dieses Buch so genannt. Denn Panama beeindruckt durch die wunderschöne Natur. Das Hinterland mit seinen Bergen und Flüssen, die Wälder, die sich bis zu den Meeren hin ziehen und die pazifische und karibische Küste mit Stränden und Inseln.
"Etwa 29% des Staatsteritoriums stehen gegenwärtig unter Naturschutz, circa 17% der Staatsfläche bestehen aus Nationalparks. Darunter Wildtierreservate, Naturmonumente, Erholungsgebierte und Waldreservate." (Know-How Reiseführer)
Es heißt eben diese Natur zu schützen. Allerdings fragen wir uns, ob das der Bevölkerung auch bewusst ist.
Schon seit einiger Zeit machen wir uns Gedanken zu der panamaischen Natur und Umwelt, denn an vielen Orten befindet sich Müll, selbst im Hinterland, da wo man ihn eigentlich nicht erwartet. Bei den Menschen stößt man häufig auf Unwissenheit.
Doch vor einiger Zeit hat uns Melanie, die 12-jährige Enkelin von unseren Nachbarn überrascht, denn sie wusste dass es wichtig ist, die Natur zu schützen und wie man nachhaltig mit ihr umgehen sollte, so wie sie es in der Schule gelernt hat. Also ist ein kleiner Anfang gemacht.
Aber haben die Kinder wirklich die Möglichkeit, im Einklang mit der Natur zu leben und sie zu schützen? Es wird ihnen anders von ihren Eltern und Großeltern vorgelebt, sodass häufig keine Übereinstimmung von Institutionen und Familie, im Bezug auf die nachhaltige Erziehung gegenüber der Natur vorhanden ist. Was im Ganzen auch keine leichte Aufgabe ist.
Während unseres Zwischenseminares vor zwei Wochen waren wir in San Fransisco, einer Stadt in der Nähe von Santiago, dort haben wir uns eine Kirche (dazu später mehr) und einen Fluss angeguckt. "El Salto" (der Sprung) ist auch im Reisefrüher verzeichnet, er besteht aus einem Stein von dem man ins Wasser springen kann. Wir waren entsetzt wie vermüllt diese Stelle war, zugeleich aber angetan von der Schönheit.
Unser Gelegenheitsbesuch wurde zu einer Mülleinsammelaktion.
Die Umwelt zu schützen ist schwierig, vorallem damit zu beginnen. Aber wir bekommen gerade diese Anfänge hier mit, obwohl noch viel fehlt.
Um die Problematik, die wir in der aktuellen Umweltsituation sehen und um auch die ersten Schritte in eine nachhaltigere Zukunft darzustellen, arbeiten wir mit einer Tabelle.
| Unsere Beobachtungen in Bezug auf die panamaische Natur/ Umwelt zum Thema | Die Problemerläuterung | Erste Verbesserungsmaßnahmen |
| Müll | -"Aus dem Auge, aus dem Sinn" - keine Mülltrennung, nicht immer Biotrennung - kaum Mülleimer an öffentlichen Orten - Treffen in der Natur ohne anschließendes :itnehmen von Müll - viele Plasiktüten, die zu jedem Einkauf geschenkt werden - geringe Recycle-Ware | - es werden Müllsammelaktionen einiger Personen an Stränden und Flüssen gestartet - In einigen Supermärkten werden biologisch abbaubare Plastiktüten verschenkt - Recycling von Flaschen für den Honigverkauf, Limoflaschen am Kiosk, Pfand auf Bierkästen mit Bong |
| Es werden Felder (Gräser, Laub) abgebrannt | - Felder und Gärten werden durch Feuer von Unkraut und Laub befreit -->Arbeitsaufwand der Feldaufbereitung wird verringert -->schnellerer Rückgriff auf dieser Methode - durch Abrennen soll das Land fruchtbarer werden -->Irrglauben, Tradition. -->Fruchtbarkeit hält nicht lang an | - durch andere, biologische Düngungsmethoden erzielen manche Bauern einen fruchtbareren Boden über längere Zeit (org. Dünger) |
| Abholzung/ Bewaldung Naturschutzgebiete | - Monokulturen v. Kiefern/ Teca -->Kiefern werden gepflanzt, es gibt hohe Nachfrage -->bringt Geld ein, doch Kiefern nehmen wichtige Nährstoffe für die endemische Flora -->vertrieben diese - Abholzung von Urwäldern, denn es gibt keine konkret ausgebildeten Parkwächter -->Naturschtzgebiete haben keine klaren Grenzen -->Bauer greifen in die Gebiete ein, da ihr Acker unfruchtbar - Fischerei in bestehenen Naturschutzgebieten | - Wiederauffortstung. -->nicht immer auf eigene Initiative - Mit Hilfe von CEPAS -->CEPAS appelliert: Wasser muss für die Trockenzeit im Boden gehalten werden - Wurzeln sind Voraussetzung |
Für eine größere, längerfristige und nachhaltigere Veränderung fehlt es an Geld, um Projekte wie Mülltonnen, ein Mülltrennungs- oder Recyclesytem einzuführen.
Für uns, als Ausländer wird nicht deutlich, wie und wohin die Gelder der Regierung zum Umweltschutz fließen.
Es ist leicht einen zu schnellen Rückschluss aus der aktuellen Situation in Panama zu ziehen, denn wir sind in einem Land groß geworden, in dem die Erziehung der Gesellschaft im Bezug auf Umweltschutz schon andere Maßstäbe angenommen hat.
Dass in den Kindern ein Anfang zur Veränderung steckt, ist in unseren Augen ein Schritt in die richtige Richtung. Traditionen zu veränderen und Handelsschemata abzulegen bzw. zu verändern dauert seine Zeit.
"Wir haben die Erde von unseren Eltern nicht geerbt, sondern wir haben sie von unseren Kindern nur geliehen." (Altes Indianersprichwort)
Zwischenseminar
In dem Zwischenseminar haben wir uns mit der Geschichte von Panama beschäftigt, uns Kirchen aus der Zeit des Kolonialismus angesehen und uns mit dem aktuellen Konflikt zwischen Regierung und der indigenen Bevölkerung auseinandergesetzt, welchen wir in unserem letzten Blogeintrag schon näher geschildert haben.| nationale Früchte für den Heiligen Geist (San Fransisco) |
| Kirche in Natá |
In der Kirche in San Fransisco und in der Kirche in Natá haben uns Ortseinwohner über Bau und Architektur erzählt.
Janis hat in seinem letzten Blogeintrag noch ausführicher über die Woche berichtet. Unter diesem Link (http://www.janisinpanama.blogspot.com/2012/03/zwischenseminar.html#comment-form) könnt ihr euch ausführlicher erkundigen.
Schulbau in den letzten Zügen
Unser Projekt "Schulbau in Ciuelar Arriba" neigt sich dem Ende zu. In dieser Woche werden die restlichen Wände verputzt und gestrichen. Am Mittwoch versammeln sich dafür nocheinmal mehrere Dorfbewohner, um gemeinschaftlich den Schulbau anzuschließen.| Lorenzo und Janis beim Grundieren |
| Alles Liebe und bis bald! |
Lea und Ronja